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Fiche de cours

Veit Warbeck, 'Die schöne Magelone'

Faculté de gestion: Faculté des lettres

Responsable(s): Christine Putzo
Intervenant(s): -

Période de validité: 2016 -> 2016

Pas d'horaire défini.

Séminaire

Semestre d'automne
2 heures par semaine
28 heures par semestre

Langue(s) d'enseignement: allemand
Public: Oui
Crédits: 0

Contenu

Das Seminar gilt der 'Magelone', einem kurzen Prosaroman, der 1527 von Veit Warbeck, einem Schüler und Freund Luthers, für den kursächsischen Hof ins Deutsche übertragen wurde. Vorlage war die französische 'Ystoire du vaillant chevalier Pierre filz du conte de proivence et de la belle Maguelone' (entstanden Mitte des 15. Jahrhunderts), die am sächsischen Hof offenbar für den Französischunterricht benutzt wurde. Erst nach Warbecks Tod gelangte sein Roman in den Druck, wurde dann aber zu einem der belieb-testen deutschen "Volksbücher", das bis ins 19. Jahrhundert immer wieder nachgedruckt, bearbeitet und auch in andere europäische Sprachen übersetzt wurde.
Erzählt wird eine Liebeshandlung: Peter, der Sohn des Grafen von Provence, wirbt als unbekannter Ritter um die Tochter des Königs von Neapel, gewinnt ihre Zuneigung und flieht mit ihr. Unterwegs raubt ein Vogel der schlafenden Magelone einen Beutel mit drei Ringen. Peter gerät bei dem Versuch, ihn zu verfolgen, aufs offene Meer, wird von See-räubern verschleppt und an den Sultan von Alexandrien verkauft. Magelone gelangt als Pilgerin verkleidet in Peters Heimat, die Provence, gründet auf einer Insel ein Spital und errichtet eine Kirche. Obwohl die drei Ringe im Bauch eines Fisches gefunden werden, hofft sie weiter auf Peters Rückkehr. Dieser bringt es beim Sultan zu Ansehen und Reich-tum, kommt aber erst nach neuerlichen Wechselfällen krank und mittellos in die Heimat zurück. Er wird ins Spital aufgenommen und von Magelone erkannt, mit der er nun als Herr über die Provence und Neapel vereint bleibt.
Am Beispiel dieses Textes werden wir im Seminar die Rahmenbedingungen romanhaften Erzählens in der frühen Neuzeit erarbeiten, die historisch besonders interessante Entste-hungssituation im Reformationszeitalter untersuchen, uns mit der Stoffgeschichte und dem Verhältnis zur französischen Vorlage befassen und nicht zuletzt in exemplarischen Handlungsanalysen literarische Traditionen und Gestaltungsverfahren erschließen.

Bitte melden Sie sich per E-Mail bei mir, wenn Sie am Seminar teilnehmen möchten: christine.putzo@unil.ch

Bibliographie

Textgrundlage: Die Schoen Magelona. Ein fast lústige vnd kurtzweylige Histori / vonn der schoenen Magelona / eins künigs tochter von Neaples / vnd einem ritter / genannt Peter mit den silberin schlüsseln / eins graffen son auss Prouincia / durch magister Veiten Warbeck / auss frantzoesischer sprach in die teütschen verdolmetscht / mit eynem sendbrieff Georgij Spalatini, in: Romane des 15. und 16. Jahrhunderts. Nach den Erstdrucken mit sämtlichen Holzschnitten, hg. von Jan-Dirk Müller, Frankfurt am Main 1990 (Bibliothek der frühen Neuzeit 1.1; Bibliothek deutscher Klassiker 54), S. 589-677 mit S. 1226-1260 (Kommentar).

Wer am Seminar teilnehmen möchte, ist gebeten, den Roman schon vor Vorlesungsbeginn zu lesen. Sie können ein Exemplar des Textes in der Reprographie (Anthropole, 2. Stock) zum Selbstkostenpreis erwerben. Planen Sie zum Lesen ausreichend Zeit ein. Zwar handelt es sich um einen kurzen Text (ca. 90 Seiten), doch ist er in frühneuhochdeutscher Sprache abgefasst. Eine Übersetzung in die Gegenwartssprache existiert nicht.
Das Frühneuhochdeutsche entspricht im Lautstand bereits dem Gegenwartssdeutschen, auch lexikalisch ist es dem Sprachstand, den Sie kennen, nicht fern. Aufgrund der ungewohnten Orthographie und der syntaktischen Strukturen werden Sie zum Lesen dennoch etwas Zeit und Gewöhnung benötigen. Tipp: Erfahrungsgemäß geht es am besten, wenn der Text laut gelesen wird!

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