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Fiche de cours

Die Welt als Buch, die Welt im Buch. Natur und Literatur im Mittelalter

The world as a book, the world inside a book. Nature and literature in the Middle Ages

Faculté de gestion: Faculté des lettres

Responsable(s): Christine Putzo, René Wetzel

Période de validité: 2017 -> 2017

Horaires du cours (Tous les 15 jours)

Date Lieu Remarque Thématique Intervenant(s)
2017/2018 : Jeudi 13:00-16:15 (Tous les 15 jours) Anthropole/4165     Christine Putzo, René Wetzel

Séminaire

Semestre de printemps
2 heures par semaine
28 heures par semestre
Tous les 15 jours
Langue(s) d'enseignement: allemand
Public: Oui
Crédits: 0

Contenu

Natur ist für das christliche Mittelalter keine biologische Gegebenheit, sondern die Schöpfung Gottes und somit ein Medium göttlicher Offenbarung. Sie verweist zeichenhaft auf Gott und seinen Plan und muss entsprechend "gelesen" werden. Schon seit der Spätantike existiert die Vorstellung von der Natur als dem anderen Buch Gottes neben der Bibel: Wer dieses andere Buch richtig zu lesen, d.h. auszulegen, weiß, der erhält Hinweise auf eine verborgene göttliche Wahrheit.
Im Gegensatz zur Bibel können auch schriftunkundige Laien das Buch der Natur "lesen". Hilfestellung dazu erhalten sie in naturwissenschaftlichen Lehrwerken. Die Idee einer verborgenen göttlichen Bedeutung der Natur prägt zugleich die mittelalterliche Tierdichtung und Fabeltradition sowie natürlich Tierfiguren und andere Naturelemente in der weltlichen höfischen Literatur.
Im Seminar werden wir das Naturverständnis des Mittelalters anhand von Auszügen aus den wichtigsten naturkundlichen Texte in deutscher Sprache (z.B. Konrad von Megenberg, 'Buch der Natur'; 'Lucidarius'; 'Mainauer Naturlehre'; 'Physiologus') erschließen. Zur Natur zählen der Mensch selber (seine Körperteile und Organe), der Kosmos (Planeten, Wetterphänomene, die Elemente), Tiere und Pflanzen, Steine und Metalle, aber auch Kreaturen wie Meerjungfrauen und andere nur vom Hörensagen bekannte Wesen. Vor diesem Hintergrund diskutieren wir anschließend Auszüge aus der weltlichen Erzählliteratur: neben der deutschsprachigen Fabeldichtung des Mittelalters auch einschlägige Passagen höfischer Romane (z.B. Gottfried von Straßburg, 'Tristan'; Hartmann von Aue, 'Erec'). Eine Doppelsitzung gilt schließlich mit Heinrichs 'Reinhart Fuchs' dem ersten Tierepos in deutscher Sprache.


Das gemeinsam von René Wetzel (UniGE) und Christine Putzo (UniL, UniNE) veranstaltete Master-Seminar richtet sich an Studierende der Universitäten Genf, Lausanne und Neuchâtel. Das Seminar findet in sechs Doppelsitzungen wechselnd in Genf und Lausanne statt. Fahrtkosten, die Ihnen für die Sitzungen in Genf entstehen, werden im Rahmen des Abkommens »triangle azur« zwischen den beteiligten Universitäten erstattet.


Termine:

1. März 2018, 13:00-16:15 Uhr, UniL (Anthropole, 4165)
15. März 2018, 13:15-16:30 Uhr, UniGE (Uni Bastions, Haupttrakt, B103)
29. März 2018, 13:00-16:15 Uhr, UniL (Anthropole, 4165)
12. April 2018, 13:15-16:30 Uhr, UniGE (Uni Bastions, Haupttrakt, B103)
3. Mai 2018, 13:00-16:15 Uhr, UniL (Anthropole, 4165)
17. Mai 2018, 13:15-16:30 Uhr, UniGE (Uni Bastions, Haupttrakt, B103)

Informations supplémentaires

http://www.unil.ch/all/

Canton de Vaud
Swiss University
Unicentre  -  CH-1015 Lausanne  -  Suisse  -  Tél. +41 21 692 11 11  -  Fax  +41 21 692 26 15