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Fiche de cours

Mittelhochdeutsche Sangspruchdichtung

Middle High German Gnomic Poetry

Faculté de gestion: Faculté des lettres

Responsable(s): Christine Putzo

Période de validité: 2017 -> 2017

Horaires du cours (Hebdomadaire)

Date Lieu Remarque Thématique Intervenant(s)
2017/2018 : Lundi 10:15-12:00 (Hebdomadaire) Anthropole/5071     Christine Putzo

Séminaire

Semestre d'automne
2 heures par semaine
28 heures par semestre
Hebdomadaire
Langue(s) d'enseignement: allemand
Public: Oui
Crédits: 0

Contenu

Neben dem Minnesang gilt die Sangspruchdichtung als zweite Hauptgattung der mittelhochdeutschen Lyrik. Wie auch jener besteht sie aus singbaren Strophen, unterscheidet sich jedoch durch ihre Themenvielfalt: Sangspruchstrophen enthalten religiöse Lehre, Gebet, Ethik, Herrscherlob und Fürstenheische, politische Propaganda und Stellungnahmen zu aktuellen Ereignissen, Naturkundliches, manchmal Rätsel und Komik sowie auch liebestheoretische Reflexionen. Sangspruchdichtung neigt zum Belehren, zum Konstatieren von Werten und Ordnungen; sie wird aus der selbstbewussten Perspektive des Wissenden, Ratgebenden und (rational) Überlegenen vorgetragen. Hinter diesem Habitus steckt eine Sprecherrolle, angenommen von sozial abhängigen Sängern, die sich als fahrende Berufsdichter an wechselnden Fürstenhöfen aufhielten und zu ihrem Lebensunterhalt die Gunst der Herrscher gewinnen mussten.

Nach Anfängen im späten 12. Jahrhundert setzt die Gattung mit den Sangsprüchen Walthers von der Vogelweide (um 1200/20) im eigentlichen Sinne ein und gewinnt ihre größte Bedeutung ab der Mitte des 13. Jahrhunderts. Viele der Sänger - von denen nur wenige historisch identifiziert werden können - machen durch klangvolle Dichternamen wie Spervogel ('Sperling'), Rumelant ('Räume das Land!'), Hellefiur ('Höllenfeuer'), Singuf ('Sing'!') oder Frauenlob auf sich aufmerksam.

Anders als in der Minnelyrik schufen und benutzten Sangspruchdichter ihre Strophenformen und Melodien ('Töne') nicht nur für einzelne Texte, sondern sie füllten sie immer wieder neu mit unterschiedlichen Inhalten. Dabei sind Sangspruchstrophen, ebenfalls im Gegensatz zum liedhaften Minnesang, in der Regel eigenständig, d.h. jede Strophe bildet ein in sich abgeschlossenes Ganzes und steht für sich, auch wenn sie ihren Ton mit anderen Strophen teilt.

Im Seminar werden wir die Gattung der Sangspruchdichtung anhand einer exemplarischen Auswahl von Texten literarhistorisch und thematisch erschließen. Dabei werden zugleich Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens eingeübt.

Bibliographie

Alle behandelten Texte werden im Laufe des Semesters zur Verfügung gestellt. Zur Vertiefung sei die folgende Anthologie empfohlen (Anschaffung nicht obligatorisch):

Mittelhochdeutsche Sangspruchdichtung des 13. Jahrhunderts. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch, hg., übersetzt und kommentiert von Theodor Nolte und Volker Schupp, Stuttgart 2011. [ISBN 978-3-15-018733-3]
Bitte erwerben Sie die folgende Einführung (Anschaffung obligatorisch):
Tervooren, Helmut, Sangspruchdichtung, 2. Aufl., Stuttgart und Weimar 2001 (Sammlung Metzler 293). [ISBN 3-476-12293-X]
Außerdem benötigen Sie ein Wörterbuch des Mittelhochdeutschen, am besten das schon im Einführungskurs verwendete von Beate Hennig.

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