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Fiche de cours

Proseminar: Heinrich von Veldeke, 'Eneasroman'

Faculté de gestion: Faculté des lettres

Responsable(s): Christine Putzo
Intervenant(s): -

Période de validité: 2021 -> 2021

Pas d'horaire défini.

Séminaire

Semestre d'automne
2 heures par semaine
28 heures par semestre

Langue(s) d'enseignement: allemand
Public: Oui
Crédits: 0

Contenu

Die Geschichte des Aeneas, der aus der brennenden Stadt Troja fliehen kann, nach einer Irrfahrt übers Meer in Italien landet, sich in Kämpfen gegen die dortigen Fürsten behauptet und eine Siedlung gründet, aus der später die Stadt Rom entsteht, gehört zu den bekanntesten Stoffen der Weltliteratur. Sie steht auch am Anfang des höfischen Romans in deutscher Sprache: Basierend auf dem altfranzösischen 'Roman d'Énéas', der seinerseits eine Bearbeitung von Vergils 'Aeneis' ist, schuf Heinrich von Veldeke um 1180 den mittelhochdeutschen 'Eneasroman'. An der Ausgestaltung des antiken Stoffs lassen sich Tendenzen und Interessen des neuen höfischen Erzählens ablesen. Die mittelalterlichen Eneasromane erzählen das antike Geschehen als Teil der Vergangenheit, versetzen es aber zugleich in eine mittelalterlich Lebenswelt und passen es an die Erwartungen eines adligen Publikums des 12. Jahrhunderts an. Im Zuge dieser 'Mediaevalisierung' werden etwa die Liebeshandlungen breit entfaltet und die Kampfpassagen in ein ritterliches Milieu versetzt. Die antike Götterwelt wird in ein christliches Weltbild integriert. Da sich Heinrich und sein Publikum dem mittelalterlichen Geschichtsverständnis entsprechend im Römischen Reich verorteten, erzählt das antike Epos zudem auch aus Perspektive des mittelalterlichen Publikums von der Herkunft der eigenen Herrscher.

Im Seminar soll der mittelhochdeutsche 'Eneasroman' im literarhistorischen und kulturgeschichtlichen Kontext verortet und - unter Einbezug der lateinischen und der altfranzösischen Fassung - in komparatistischer Perspektive analysiert werden.

Provisorische Zoom-Übertragung: https://unil.zoom.us/my/cputzo

Evaluation

Anforderungen für die Validierung des Moduls


  1. regelmässige, aktive und vorbereitete(!) Teilnahme;

  2. Dokumentation und Reflexion einer Sitzung durch graphische Visualisierung der wichtigsten Inhalte und Ergebnisse (Anfertigung eines "Sketchnote");

  3. Ermittlung und korrekte Formatierung eines Forschungsbeitrags;


    Wer das Modul im Rahmen des Pflichtprogramms besucht (enseignement commun, BA-ALL-2-1030), schreibt zudem eine

  4. Seminararbeit im Umfang von ca. 12 Seiten (Abgabetermin: 30. Juni 2022).

Bibliographie

Bitte erwerben Sie die folgende Textausgabe (vorrätig bei Basta Dorigny):

Heinrich von Veldeke, Eneasroman. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Nach dem Text von Ludwig Ettmüller ins Neuhochdeutsche übersetzt, mit einem Stellenkommentar und einem Nachwort von Dieter Kartschoke, Stuttgart 1986 u.ö. [ISBN 978-3150083031].
Sinnvoll - aber nicht obligatorisch - ist, daneben auch Ausgaben des 'Roman d'Eneas' und von Vergils 'Aeneis' anzuschaffen. (Wo im Seminar längere Passagen vergleichend analysiert werden, werden für diese Texte jedoch auch Scans der behandelten Partien zur Verfügung gestellt.) Für den 'Roman d'Eneas' empfiehlt sich die Ausgabe von Aimé Petit, da sie Heinrichs von Veldeke Vorlage am nächsten steht:
Le roman d'Eneas. Édition critique d'après le manuscrit B.N. fr. 60, traduction, présentation et notes d'Aimé Petit, Paris 1997 (Le livre de poche 4550, Lettres gothiques).
Bei Vergil eignet sich jede wissenschaftliche Ausgabe, zum Beispiel:
Vergil, Aeneis. Lateinisch/Deutsch, hg. und übers. von Niklas Holzberg, komm. von Markus Schauer, Berlin 2015 (Sammlung Tusculum)
oder
Vergil, Aeneis. Lateinisch/Deutsch, hg. und übers. von Edith und Gerhard Binder, Stuttgart 2012.
Schließlich benötigen Sie noch ein Wörterbuch des Mittelhochdeutschen, am besten das schon im Einführungskurs verwendete:
Hennig, Beate, Kleines Mittelhochdeutsches Wörterbuch, 6. Aufl., Berlin und Boston 2014. [ISBN 978-3110328776]

Informations supplémentaires

https://moodle.unil.ch/course/view.php?id=21249

Unicentre - CH-1015 Lausanne - Suisse
Tél. +41 21 692 11 11
Canton de Vaud
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